- Pilze

Pilze sammeln, bestimmen und verwerten

Im herbstlichen Teil der Ausbildung gehen wir Pilze sammeln. Viele Pilze sind essbar, andere aber ungenießbar oder gar giftig. Einige von ihnen haben wiederum eine heilende Wirkung und lassen sich medizinisch einsetzen. Diese Therapieform nennt man Mykotherapie. 

Im Kräuterkundigenkurs lernen wir mithilfe einer von mir eigens zu diesem Zweck fotografierten umfangreichen Diaserie die besonderen Merkmale der verschiedenen essbaren Pilze und ihrer giftigen Doppelgänger kennen, um sie beim Sammeln sicher bestimmen und voneinander unterscheiden zu können. Beim Sammeln und späterem Aussortieren unserer „Ausbeute“ wird das erlernte Wissen praktisch geübt und eingeprägt. Die Belohnung: eine leckere, selbst gesammelte Pilzmahlzeit für Zuhause! 

steinpilz

Steinpilz

Boletus edulis

NL: Eekhorntjesbrood

Essbar und wohlschmeckend

Sein niederländischer Name „gewöhnliches Eichhörnchenbrot“ verrät, dass der Steinpilz nicht nur von uns Menschen, sondern auch von diesen possierlichen Tierchen als wohlschmeckender Speisepilz geschätzt wird, der auch roh (z. B. im Salat) verspeist werden kann. Doch der Steinpilz beeindruckt neben seinem guten Geschmack auch durch andere Qualitäten, denn er verfügt aufgrund seines ungewöhnlich hohen Gehalts an Selen (bis zu 4000 Mirkogram) nicht nur über enorme entgiftungsfördernde Kräfte, sondern birgt dazu auch noch andere Geheimnisse, die jedoch erst in der Ausbildung gelüftet werden. Wie so viele andere schmackhafte Pilze hat auch er einen Doppelgänger: den sehr bitter schmeckenden Gallenröhrling, der zu den ungenießbaren Pilzen zählt.

hexen

Hexenröhrling

Flockenstieliger Hexenröhrling

Boletus erythropus

NL: Gewone Heksenboleet

Essbar und wohlschmeckend

Als Heilpilz eingesetzt dient er der Stärkung der Lebenskraft


stampt

Samtfußrübling 

Flammulina velutipes

NL: Gewoon Fluweelpootje

Essbar und wohlschmeckend

Auch als Medizinalpilz verwendbar

Der Samtfußrübling wächst im Winter und hat einen eigenen Frostschutz.


Birkenporling

Birkenporling

Piptoporus betulinus

NL: Berkezwam

Ungenießbar

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Wenngleich als Speisepilz ungenießbar, ist der Birkenporling seiner Bitterstoffe wegen jedoch ein hervorragender Heilpilz für den Magen. Dazu wird er als Tee zubereitet, der allerdings eine halbe Stunde lang gekocht werden muss. 

Fotos: Ober- und Unterseite des Birkenporlings. Als Signatur ist sehr deutlich die Magenform erkennbar. 




Riesenbovist

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Langermania gigantea

NL: Reuzenbovist

Essbar

Als Heilpilz wird er wegen seiner blutungsstillenden Wirkung geschätzt, die aus seiner Signatur deutlich erkennbar ist: Wenn der Pilz älter wird und allmählich die Sporenbildung einsetzt, bilden sich auf der lederartigen Haut blutrote Flecken.

Als Pilzschnitzel zubereitet ist der Riesenbovist ein echter Gaumenschmaus