Johanniskrautöl

Botanische Bezeichnung: Hypericum perforatum
Ostfriesischer Volksname: Sint Janskruud
NL: Sint-Janskruid 

Traditionell wird ab dem 24.Juni (Johanni) aus Johanniskrautblüten ein Öl angesetzt. 

Dieses Öl eignet sich als Einreibung gut bei Nerven- und Muskelschmerzen wie z. B. Ischiasschmerzen, wobei man bei derartigen Beschwerden, zusätzlich innerlich auch immer den Tee einnehmen sollte. Aufgrund seiner guten wundheilenden, schmerzlindernden und zugleich auch entzündungshemmenden Wirkung ist eine Einreibung mit diesem Öl auch bei Sonnenbrand, Verbrennungen und Verbrühungen zu empfehlen.

Herstellung des Johanniskrautöls: Ein helles Glas mit weitem Hals wird locker mit frischen, möglichst in der Mittagssonne gepflückten Johanniskrautblüten gefüllt und so hoch mit Olivenöl übergossen, dass dieses die Blüten um eine Daumenbreite bedeckt. Das Glas wird nun eine Woche lang nach draußen in die Sonne gestellt. Es darf nicht verschlossen werden, damit es bei der nun einsetzenden Gärung nicht explodiert. Wenn die Gärung abgeschlossen ist, wird das Glas mit einem Deckel verschlossen und bleibt dann mehrere Wochen draußen in der Sonne stehen, wobei es gelegentlich geschüttelt wird. Nachdem sich das blasse Öl rot verfärbt  hat (nach etwa 3-6 Wochen, bei schlechtem Wetter dauert es noch länger), wird es durch ein Tuch (früher verwendete man eine Babywindel) gepresst und in einen Glaszylinder gefüllt, wo man es eine Woche ruhen lässt. Dann ist erkennbar, dass sich am Boden durch die schwebenden Bestandteile eine Art Klärschlamm gebildet hat. Nun wird das klare, rote Öl in eine andere, möglichst braune, Flasche umgefüllt, wobei darauf zu achten ist, dass der Klärschlamm im Glaszylinder bleibt. Dieser Vorgang kann mit einem kleinen, möglichst hohem Glas noch einmal wiederholt werden, um auch noch den letzten Rest des kostbaren Öles zu gewinnen. Anschließend ist das Öl gebrauchsfertig.

Vorsicht: Eine  dauerhafte Anwendung des Johanniskrautöls macht die Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlen!

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