Der April

Knoblauchsrauke

Botanische Bezeichnung: Alliaria petiolata

Ostfriesische Volksnamen: Knofloknessel, Knooflooksnettel, Lauchhederich

Niederländische Bezeichnung: Look-zonder-look

Diese Wildpflanze ist bei uns in Ostfriesland recht häufig zu finden. Sogar auf den Inseln und besonders auf der Insel Norderney kann man sie finden.

Außerdem kann man sie leicht im Garten selbst aussehen. Sie gedeiht am besten im Halbschatten. Sie sät sich immer wieder von selbst aus. Sie ist aber keine Wucherpflanze, die andere verdrängt.

Beschreibung:

Blätter herzförmig am Rande gesägt, Stängel rund aufrecht. Blüten mit 4 Blütenblätter. Die Pflanze riecht beim zerreiben stark nach Knoblauch.

Erntezeitpunkt:

März bis Mai/Juni

Verwendung in der Küche:

Diese Pflanze ist in der Küche sehr vielseitig einsetzbar. Der Grundgeschmack der Pflanze ist eine gute Mischung aus mildem Knoblauch und Kresse. Man kann mit den frischen Blättchen Suppen, Salate, Fleisch und Gemüsespeisen würzen. Ich mache daraus in jedem Frühjahr einen besonders mild-aromatischen Kräuteressig, indem ich ein paar Stängel in eine leere Flasche stecke und dann mit Weinessig übergieße. Anschließend muss man den Essig noch etwa 3 Wochen ruhen lassen, damit sich das Aroma entwickel kann.

Man kann entweder mit den frischen Blättern oder dem Essig schöne leckere Salate machen. Besonders für Blattsalate verwende ich es recht häufig. Die blühenden Spitzen lassen sich gut zum Garnieren verwenden.

Aus den frischen Blättern kann man auch eine Kräuterbutter oder ein Pesto herstellen oder 

auch einen Knoblauchsrauken-Tomatensalat damit machen.

Aus den Samen, die man an guten Standorten schon im Sommer reichlich ernten kann, lässt sich ein wilder Senf herstellen, den man durch Zugabe von Kräutern oder wilden Beeren noch variieren kann.

Früher wurden auch die Wurzeln der einjährigen Pflanzen verwendet, indem man sie nach dem Waschen kleinhackte und als pikantes Gewürz für Braten usw. verwendete.

Heilwirkung:

Die Pflanze hat wundheilende, schleimlösende und desinfizierende Eigenschaften. Sie wird auch unterstützend bei Asthma und bei Katharren der Atemwege eingesetzt. Äußerlich werden Breiumschläge bei eiternden Wunden und auch bei Insektenstichen eingesetzt. Außerdem unterstützt die Pflanze die Verdauung, wirkt blutreinigend und leicht harntreibend.

Bekannte Inhaltsstoffe: Knoblauchöl, ätherisches Öl, Senfölglycoside vor allem Sinigrin und Glucotropaculin, Saponin, Karotin, Vitamine A+C, geringe Mengen an blutdruckregulierenden Glycosiden, Mineralstoffe.

Handel: Als Saatgut über Gärtnerei Rühlemanns in Horstedt


Huflattich

bei Husten und Bronchitis mit zähem Schleim u. a.

Botanische Bezeichnung: Tussilago farfara

Ostfriesischer Volksname: Hofkeblaad, Bulleblaad

NL: klein Hoefblad

Ein Tee aus den Blättern und Blüten des Huflattichs erleichtert das Abhusten bei zähem, festsitzendem Schleim, so dass er bei chronischer Bronchitis, Asthma oder einer Staublunge eingesetzt werden kann. Man sollte von dem Tee schon morgens noch vor dem Frühstück eine Tasse mit Honig gesüßt trinken . Der Tee eignet sich besonders gut bei Husten mit schleimigem Auswurf, der tagsüber schlimmer wird, zeigt aber auch bei gereizten Schleimhäuten in Magen und Darm eine gute Wirkung, wozu man ihn allerdings ungesüßt trinken sollte. 

Nach der alten Signaturenlehre kann man den Bezug zu den Bronchien an den Verästelungen der Blattnerven erkennen. Durch einen weißlichen, filzigen Überzug auf den jungen Blättern kann man den Hinweis auf die Verschleimung recht gut erkennen. Leider ist dieses Phänomen zeichnerisch nicht gut darstellbar, so dass man es in der Natur beobachten muss.

Bekannte Inhaltsstoffe: Bitterstoffe und Pflanzenschleime, in den Blättern etwas mehr als in den Blüten. In der Kombination ergänzen sich beide sehr gut. Huflattich enthält zudem geringe Mengen an Pyrrolizidinalalkaloiden.

Anwendung und Dosierung

Teezubereitung: 2 gehäufte Teelöffel Huflattichblätter mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Es empfiehlt sich, 3-4-mal täglich eine Tasse mit Honig gesüßt zu trinken. Die Anwendung sollte auf einen Zeitraum von 4-6 Wochen beschränkt und danach sollte eine Pause von 14 Tagen eingelegt werden.

Dosierung der Tinktur: Je nach Bedarf mehrmals täglich 20 Tropfen in Wasser.

Handel: In der Apotheke erhält man die Blätter als „Folia Farfareae“ und die Blüten als „Flores Farfareae“, die auch im freien Kräuterhandel bezogen werden können, wo sie als „Huflattichblätter“ und „Huflattichblüten“ beziehbar sind. Der freie Kräuterhandel vertreibt außerdem auch eine „Huflattichblütentinktur“ (Fa. Kräuter Schulte), die jedoch als apothekenpflichtig eingestuft ist.


Giersch

gegen Rheuma, Gicht u. a.

Botanische Bezeichnung: Aegopodium podagraria

Ostfriesische Volksnamen: Geeskes, Geeskebladden (saterländisch: Härsch)

NL:  Zevenblad

In der Küche gehörte das junge Kraut zu den „söven Parten“ (sieben Teilen) des traditionellen Gründonnerstagsgerichts, bei dem es sich um eine Art Kräuterspinat handelte. Man kann es aber auch Kohlsuppen und Frühlingssalaten als Zutat beigeben. Als Heilmittel kann man das zerquetsche Kraut bei Gicht und Rheuma sowie bei Ischiasbeschwerden eingesetzen. Es kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Als Signatur zeigt die Pflanze sowohl als ganz junge Pflanze als auch in der späteren Blatt- und Stängelentwicklung Knötchen als Hinweis auf ihre Wirkung bei Gicht.

Die Niederländische Heilkundige Mellie Uyldert empfahl das „Zevenblad“ vor allem gegen Gelenkschwellungen. Meine Kollegin Daniela Wolf aus Jever gibt den Rat, sich bei gichtigen Füßen oder bei Erschöpfung beim Laufen einfach Gierschblätter in die Schuhe zu legen. Auf diese Weise tritt der Pflanzensaft langsam aus und zieht in die Füße, wobei die Blätter nicht matschig werden, sondern einfach nur welken. Die friesische Kräuterkundige Helga Köhne aus Zetel riet bei Fußschmerz und Erschöpfung oder auch einfach nur, um fit zu bleiben, zu einem Fußbad mit Giersch, von dem sie sagt, dass er die Lebenskraft stärkt, da er selbst über ungewöhnlich starke Lebenskräfte verfügt und immer wieder aufsteht, selbst wenn man alles versucht, um ihn loszuwerden.

Bekannte Inhaltsstoffe: Mineralstoffe, Proteine, Vitamin A und B sowie Betakarotin, Retinol und ätherisches Öl.

Anwendung und Dosierung

Teezubereitung: 2-3 Teelöffel Giersch werden mit ¼ Liter kochendem Wasser übergossen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Teezubereitung als Fußbad: Für das Fußbad gibt man 2-3 Handvoll Gierschblätter in eine Schüssel und übergießt sie mit 2,5 Liter kochendem Wasser. Der Aufguss muss etwa 10-15 Minuten ziehen und wird dann abgeseiht. Danach gießt man in die Schüssel noch einen halben Liter kaltes Wasser, um das Fußbad auf Badetemperatur abzukühlen.



Scharbockskraut, Feigwurz. 

Botanische Bezeichnung: Ranunculus ficaria

Ostfriesischer Volksname: Osterbotterblöm 

Niederländische Bezeichnung: Speenkruid

Die Blätter dieser Pflanze wurden früher bei Frühjahrskuren zur Blutreinigung und auch bei Hämorrhoiden gebraucht. Den kalten Tee kann man auch zur Mundspülung verwenden.

Die Blätter und Stängel sind als Salat essbar und schmecken ähnlich wie Kopfsalat. Sie können auch zu „Wildkrautspinat“ verarbeitet werden und eignen sich dann auch zum Füllen eines leckeren Omeletts.

Im Harlinger Heimatkalender für das Jahr 1966 beschrieb der friesische Botaniker Paul Otten die früher übliche Anwendung der Pflanze gegen Feigwarzen und Skorbut, also bei Vitamin-C-Mangel. Nach eigenen Forschungsarbeiten kann man das Scharbockskraut auch sehr gut innerlich unterstützend bei Haarausfall einsetzen. 

Bekannte Inhaltsstoffe: Vitamin C, Saponine, nur wenig Scharfstoffe wie Protoanemonin, bzw. Anemonin

Teezubereitung: 2-3 TL werden mit ¼ Liter kaltem Wasser übergossen und langsam zum Sieden erhitzt. 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. 3 x täglich eine Tasse schluckweise trinken.