Der August


Schachtelhalm
(Zinnkraut)
bei Nieren- und Blasenentzündungen u. a.

Botanische Bezeichnung: Equisetum Arvense

Ostfriesische Volksnamen: Kattsteert, Uneet

Saterland: Uneid

NL: Paardestaart, Heermoes  

Gemeint ist der Ackerschachtelhalm. Aus den Sommertrieben kann man einen harntreibenden Tee zubereiten, der gegen Nieren- und Blasenbeschwerden, Nieren- und Blasengrieß und Wasseransammlungen wirkt. Dieser Tee ist auch heilsam bei einer  Rippenfellentzündung. Typischerweise klagen die Patienten hier über knarrende Reibegeräusche beim Atmen. Mit dem abgekühlten Tee kann man bei chronischer Nasenschleimhautentzündung eine sehr gut wirkende Nasenspülung durchführen. Am besten gelingt dies mit einer 10-ml-Plastikspritze im Liegen oder über einem Waschbecken. Die Spülung wird allgemein als sehr wohltuend empfunden. 

Der Tee oder der Saft des Schachtelhalms eignet sich auch ausgezeichnet zum Auswaschen von schlecht heilenden Wunden und kann auch für Kompressen bzw. Auflagen verwendet werden.

Für Gartenfreunde sei noch angemerkt, dass der Tee aus dem Ackerschachtelhalm ein hervorragendes Mittel gegen Mehltaubefall bei Gartenpflanzen wie Tomaten, Rosen oder Wein ist, wenn die betroffenen Pflanzen regelmäßig damit eingesprüht werden.

Bekannte Inhaltsstoffe: Bis zu 10 % Kieselsäure, Saponine und Flavonoide.

Anwendung und Dosierung

Teezubereitung: 2-3 Teelöffel Ackerschachtelhalm mit ¼ Liter kaltem Wasser zum Sieden erhitzen, 3 Minuten köcheln und dann noch 7 Minuten ziehen lassen, bevor abgeseiht wird. 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Handel: In der Apotheke bekommt man das Kraut als „Herba Equiseti“, der freie Kräuterhandel vertreibt es als „Zinnkraut“. Ein entsprechender Saft ist in Reformhäusern erhältlich (Fa. Schoenberger).



Schafgarbe
gegen Blutungen, Kopfschmerzen und Migräne u. a.

Botanische Bezeichnung: Achillea millefolium

Ostfriesische Volksnamen: Dusendblad, Puurblöm

Auf der Insel Wangerooge: Rülkes

NL: Duizendblad

Die Schafgarbe ist mir noch heute lebhaft aus meiner Kindheit erinnerlich, denn sie war die erste Pflanze, die ich nach Anleitung meiner Mutter und meiner Oma selbst gesammelt habe. Damals, Anfang der 60-er Jahre, wurden die Pflanzen zum Trocknen noch zu Sträußen und Bündeln in Zeitungspapier eingewickelt und dann kopfüber auf dem Dachboden aufgehängt. 

Schafgarbentee ist ein gutes Mittel bei Kopfschmerzen oder Migräne, wo sich besonders ein Tee bewährt hat, der zu gleichen Teilen mit der Schlüsselblume gemischt wird.  Der Schafgarbentee hilft auch gegen Unterleibsbeschwerden mit Krämpfen. Da er zudem blutungsstillend wirkt, lässt er sich auch bei zu starken Regelblutungen sehr gut einsetzen und hat sich auch bei Nasenbluten immer wieder bewährt. 

Bekannte Inhaltsstoffe: Der Bitterstoff Achillein und Gerbstoffe, ätherisches Öl mit Azulen und Chamazulen, Harz, viel Kalium und weitere Mineralien.

Anwendung und Dosierung

Teezubereitung: 2-3 Teelöffel Schafgarbenkraut mit ¼ Liter kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen, bevor abgeseiht wird. 1 – 3 x täglich eine Tasse trinken.

Handel: In der Apotheke als „Herba Millefolii“ und im freien Kräuterhandel als „Schafgarbenkraut“ erhältlich.