Der Februar

Klette

Botanische Bezeichnung: Arcticum Lappa = Bardanae (große Klette), 

Arcticum  minor (kleine Klette),

Arcticum tomentosum Mill (filzige Klette)

Ostfriesische Volksnamen: Klatten, Düvelsförken, Kliwenwuddel

Niederländische Bezeichnung: Klis, keine Klis, groote Klis, donzige Klis

Die einzelnen Klettenarten werden von der Allgemeinheit nicht unterschieden, am häufigsten findet man in Ostfriesland die kleine Klette.

Tee aus der Wurzel gilt noch heute als Heilmittel bei rheumatischen Leiden und wird zur Förderung des Haarwuchses gebraucht. Bei Haarausfall und bei schuppigen Ekzemen auf der Kopfhaut hat sich das Klettenwurzelöl besonders bewährt. Es handelt sich hierbei um einen öligen Auszug aus Klettenwurzeln mit Olivenöl Dieses wird in die Kopfhaut einmassiert. Es passt besonders bei Patienten mit dünnem Haar. Heutzutage gibt es auch ein Shampoo und eine Haarspülung aus Klettenwurzeln.

Teezubereitung: 2 gehäufte TL klein geschnittener Klettenwurzel werden mit ½ Liter kaltem Wasser angesetzt. Nach ca. 5 Std. wird der Tee kurz zum Sieden erhitzt, 1 Minute am Sieden gehalten und abgeseiht. 3 x tägl. 1 Tasse ist die richtige Dosierung.

Verwendung in der Küche:

Von der Klette kann man nur die Wurzel als Nahrungsmittel verwenden, denn die Blätter schmecken bitter.

Sie wird dafür geschält, gekocht und kann dann wie eine Schwarzwurzel zubereitet gegessen werden. Auch lässt sie sich in Kartoffel und in Gemüsesuppen und in Aufläufen verwenden

Bekannte Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Sitosterin, Antibiotische u. pilztötende Stoffe.

Handel: Apotheke unter der Drogenbezeichnung: Radix Bardanae. Als Shampoo heißt es Floracell – Klettenwurzelhaarshampoo oder auch Floracell - Klettenwurzelhaarspülung. Über die Apotheke im freien Kräuterhandel als Klettenwurzel und über Kräuter Schulte als Klettenwurzeltinktur, diese ist aber apothekenpflichtig.


Topinambur

bei Asthma, Heiserkeit, Hals- und Mandelentzündungen u. a.

Botanische Bezeichnung: Helianthus tuberosis

Ostfriesische Volksnamen: Puupspeern, Swientuffels

NL: Aardpeer


Die essbaren Knollen dieser ursprünglich in Nordamerika heimischen Sonnenblumenart wurden von den Franzosen bei einem Indianerstamm entdeckt und nach Frankreich gebracht- In Anlehnung an den Indianerstamm Topinamba wird diese Pflanze in Europa seither Topinambur genannt. Topinamburknollen können wie Pellkartoffen gekocht und danach abgepellt werden. Da sie oft Blähungen auslösen, werden sie von den Ostfriesen oft als „Puupspeern“, also als „Blähbirnen“ bezeichnet. Oft hört man aber auch den plattdeutschen Namen „Swientuffel“, der gleichbedeutend ist mit „Schweinekartoffel“.

Die Knollen kann man bei Husten, Bronchitis und Halsentzündung mit Kratzen im Hals einzusetzen. Auch bei einer schmerzhaften Mandelentzündung mit Beteiligung der Lymphknoten wirken sie sehr gut, wobei man sie in allen Fällen roh, d. h. gekaut oder gerieben, einnehmen muss. In Reformhäusern wird heute ein entsprechender Presssaft angeboten, der für denselben Zweck verwendet werden kann. Bei Asthma lässt sich die frisch geriebene Topinamburknolle ebenfalls sehr gut einsetzen. Meiner Erfahrung nach regt sie darüber hinaus auch die Darmflora an, verfügt also über eine probiotische Wirkung.

Bei empfindlichen Menschen kann der Verzehr der rohen Topinamburknollen Blähungen auslösen oder verstärken. Nach einiger Zeit scheint jedoch eine Gewöhnung einzutreten, so dass diese Erscheinungen wieder verschwinden.

Handel: Im Winterhalbjahr werden die frischen Knollen in vielen Bioläden angeboten. In Reformhäusern ist ein aus den frischen Knollen hergestellte Presssaft erhältlich (Fa, Schoenberger). Die getrockneten Knollen können über die Firma Kräuter Schulte als „Topinamburknolle, geschnitten und gemahlen“ bezogen werden. Wer einen Garten besitzt, kann Topinambur problemlos auch selbst anbauen.



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