Der Juli


Gänsefingerkraut

Botanische Bezeichnung: Potentilla anserina

Ostfriesische Volksnamen: Botterblöme, Sülverkruud Ammerland und Oldenburg: Stoppers, Jever: Gooseblöme

Niederländische Bezeichnung: Zilverschoon

Das Gänsefingerkraut ist in Ostfriesland und auf seinen Inseln, aber auch in den angrenzenden Regionen recht weit verbreitet, wo man es meistens in feuchten Gebieten und auf tonartigen Böden antrifft. 

Es hat eine interessante Signatur. Durch seine nervenartigen Ausläufer zeigt es seine Verbindung zum Nervensystem an. 

Das Kraut kennt man vor allem als krampflösendes Mittel und bei Durchfällen mit kolikartigen Schmerzen, es ist aber auch ein geeignetes Magenmittel, das bei krampfartigen Magenschmerzen und bei Magenverstimmungen besonders gut wirkt. Nach Pahlow eignet sich Gänsefingerkraut auch zur Behandlung krampfartiger Menstruationsbeschwerden. Der Tee ist bei schmerzhaften Muskel- und Wadenkrämpfen auch zu empfehlen. Als Leitsymptome für das Gänsefingerkraut gelten also kolikartige. krampfartige Schmerzen im Magen, Darm und Unterleib und krampfartige Muskelschmerzen.

Bekannte Inhaltsstoffe: Neben Gerb- und Bitterstoffen und Flavonoiden auch ein bisher kaum erforschter Stoff mit krampflösender Wirkung.

Anwendung und Dosierung
Teezubereitung:
2-3 Teelöffel Gänsefingerkraut mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Es empfiehlt sich, 3-4-mal täglich 1 Tasse möglichst heiß schluckweise zu trinken.

Handel: In der Apotheke ist Gänsefingerkraut als „Herba Anserinae“ erhältlich. Im freien Kräuterhandel wird der Tee mit seinem deutschen Namen angeboten.



Königskerze 

bei Husten und Bronchitis.

Botanische Bezeichnung: Verbascum Thapsus, verbascum densiflorum

Ostfriesische Volksnamen: Königskers, Kattensteert  (geel Kattensteert)

Niederländische Bezeichnung: Koningskaars, Stalkars

Königskerzen wachsen in Ostfriesland heute noch auf den Inseln und auf alten Klosterstätten, wie z. B. dem Kloster Barthe im Heseler Wald. Sie sind ein beliebtes Hustenmittel. Wenn man in den mit ihnen zubereiteten Tee ein bisschen Honig hineinrührt, kann man auch Kinder dafür begeistern. Die Blüten enthalten einen reizmildernden Schleimstoff und Saponine. Es handelt sich hier um seifenähnliche Stoffe. Diese lösen selbst hartnäckig festsitzenden und selbst eitrigen Schleim aus den Bronchien. Die Königskerze passt besonders bei einem bestimmten Leitsymptom, welches bei mir in der Praxis immer wieder aufgefallen ist, und zwar dann, wenn der Husten morgens schlimmer ist. 

Herstellung des Königskerzensirups:

Eine Handvoll Blüten der Königskerze mit Wasser bedecken und zugedeckt 24 Std. ziehen lassen, dann abseihen. ½ Liter Saft mit ½ Kg Vollrohrzucker zu einem dicken Sirup einkochen.

Dosierung des Sirups: mehrmals tägl. 1 Tee  bis 1 EL einnehmen.

Bekannte Inhaltsstoffe: Freie Apfelsäure, Schleim, Saponine, Flavonoide, wenig ätherisches Öl.

Teezubereitung: 2-3 TL Königskerzenblüten mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Der Tee sollte möglichst mit Honig gesüßt getrunken werden. Am besten ist der Rapshonig geeignet, da dieser am allergieärmsten ist.

Handel: In der Apotheke unter der Bezeichnung „Flores Verbasci“, im freien Kräuterhandel unter der Bezeichnung „Königskerzenblüten“ erhältlich.