Der Juni




Mädesüß

bei Gicht, Rheuma, Fieber, Magenschmerzen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen u. a.

Botanische Bezeichnung: Spirea ulmaria (früher: Filipendula ulmaria)

Ostfriesische Volksnamen: Lievpiensbloem, Miegbloem, Soetjebloem, Slootfledderke, Brannwiensbloem

NL: Moerasspirea

Der Mädesüß ist in Norddeutschland und natürlich auch in Ostfriesland sehr häufig anzutreffen, wo er die Ränder der vielen Schlote (Gräben) und Ufer von Flüssen und Seen säumt. Seine ulmenähnlichen Blätter trugen ihm die einst gebräuchliche Bezeichnung „Ulmenspierstaude“ ein, die in ihrem botanischen Namen „Spirea Ulmaria“ bis heute noch erhalten ist. Vor allem die Blüten verströmen einen starken, angenehm an Vanille erinnernden Duft, der auf seinen hohen Gehalt an Methylsalicylat zurückzuführen ist, ein pflanzlicher Wirkstoff, der mit dem Aspirin verwandt ist. 

Ein Tee aus Mädesüßblüten wurde früher auch zur Linderung von Fieber getrunken. Bei Rheuma und Gicht mischte man einen Tee aus den Blüten und Blättern.

Meiner Erfahrung nach ist ein Tee aus Mädesüßblüten eins der besten Mittel bei Nasennebenhöhlenentzündungen, er hilft aber auch gut bei grippalen Infekten und anderen Erkältungskrankheiten. In den Niederlanden wird dieser Tee bei allen Beschwerden, die sich durch Feuchtigkeit verschlimmern, empfohlen, für die meiner Beobachtung nach als mögliche Ursache auch Kälte und Zugluft in Betracht kommen.

EinAufguss, der äußerlich als Verband oder zum Auswaschen benutzt wird, leistet bei Bisswunden ausgezeichnete Dienste.  

Bekannte Inhaltsstoffe: Vor allem Methylsalicylsäure und ein geringer Gehalt an ätherischem Öl. Flavonglykoside, Gerbstoffe und Schleim ergänzen die Wirkung. 

Anwendung und Dosierung

Teezubereitung: 1-2 Teelöffel der Mädesüßblüten mit ¼ L kochendem Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. 2-3-mal täglich 1 Tasse innerlich einnehmen. Bei Bisswunden äußerlich anwenden.

Handel: Die Blüten werden in der Apotheke als „Flores Spiraeae“ geführt, im freien Kräuterhandel sind sie als „Mädesüßblüten“ beziehbar.



Diptam (Spechtwurz)

Botanische Bezeichnung: Dictamnus albus 

Niederländische Bezeichnung: Vuurwerksplant

Diese wunderschöne Pflanze wird als Heilpflanze nur von der Heiligen Hildegard von Bingen beschrieben. Sie wird auch als brennender Busch bezeichnet, weil man zur Samenreife das ausströmende ätherische Öl anzünden kann und der Busch dann wie eine Fackel brennt.

Hildegard setzte sie vor allem zur besseren Durchblutung des Herzens ein. Bei Herzschmerzen erweitert sie die Herzkranzgefäße und verbessert so die Durchblutung.
Besonders bei Angina pectoris lassen sich damit beachtliche Erfolge erzielen.

Anwendung: Als Pulver 3 x tägl. 1-2 Messerspitzen auf ein Weizenbrot aufgestreut, ist aber auch als Tee zu verwenden. Das Pulver ist zu bevorzugen, die Verwendung als Tee aus der Wurzel ist aber auch möglich.

Teezubereitung: 1 Teelöffel Wurzeln auf ¼ Liter kochendes Wasser 10 Min. ziehen lassen, 

3 x täglich 1 Tasse

Handel: Nur über Kräuter Schulte als Diptamwurzel und über die Zähringer Apotheke in Konstanz am Bodensee unter der Bezeichnung Spechtwurzelpulver.


Infos zu Hildegard von Bingen (1098 – 1179):

Diese Äbtissin eines mittelalterlichen Klosters gilt als die erste deutsche Ärztin und hinterließ u.a. ein sehr umfangreiches Heilpflanzenwissen. Hierüber findet vom 10.7. – 12.7.2015 in der katholischen Akademie Stapelfeld. ein spannendes Seminar statt.


© RoarringAxe 2017